5 Tipps zur Selbstorganisation bei ADS

Alles scheint gleichermaßen wichtig zu sein. Prioritäten setzen ist fast unmöglich und die Zeit um alles unter einen Hut zu bringen fehlt. Vergesslichkeit und Hyperfokussierung machen es ADSlern zudem schwer, sich zum richtigen Zeitpunkt an das Richtige zu erinnern.

Menschen mit ADS und ADHS leiden insbesondere unter dem Mangel sich selbst organisieren zu können.

Als ADSler wird man wohl nie so planvoll und strukturiert ans Werk gehen wie die Anderen. Mit den richtigen flexiblen Werkzeugen kann man es jedoch schaffen sich deutlich besser zu organisieren und mehr zu schaffen.

Überblick

Blogparade

Bis vor kurzem habe ich mich gefragt: „Was sind denn Blogparaden?“ – und schon nehme ich selbst an einer Teil. Die Bloggerin Katja Schönefeld hat vor kurzem eine Blogparade zum Thema Selbstorganisation gestartet. Die Kombination ADS und Selbstorganisation ist bestimmt für meine lieben Leser interessant. Also habe ich beschlossen bei dieser Blogparade mitzumachen.

Die Blogparade läuft bis Ende März 2016 und Katja Schönefeld wird anschließend die Highlights aus den Blogbeiträgen aller Teilnehmer zusammenfassen. Ich bin gespannt, welche tollen Ideen andere Blogger zum Thema Selbstorganisation haben.

Doch nun zum eigentlichen Thema: Selbstorganisation mit ADS

Grundvorraussetzungen für Tools zur Selbstorganisation

  1. Einfach
    Sind die Abläufe einer App oder eines Tools zu kompliziert, wird man nicht lange damit arbeiten. Die Arbeit mit einem guten Tool erfolgt intuitiv und geht leicht von der Hand.
  2. Unübersehbar
    Das Tool mit dem man arbeiten möchte muß sich bei Bedarf in den Vordergrund unserer Aufmerksamkeit drängen.
    Beispiele:

    • Eine ToDo-App mit Alarm und Schlummerfunktion
    • Die Flurkommode in deren oberster Schublade alles ist, was man zum Weggehen braucht
    • Pinwand auf der Wohnungstür
  3. Flexibel
    Als ADSler ist man häufig seinem Gefühlen ausgeliefert. Obwohl etwas geplant ist, fühlt man sich nicht in der Lage es zum geplanten Zeitpunkt durchzuführen. In einem solchen Fall muss man ganz einfach umdisponieren können, ohne das etwas unter den Tisch fällt.

Nun denkst Du vielleicht: „Das ist mir alles klar. Aber welche Tools sind denn unübersehbar und flexibel? Womit kann ich mich denn nun tatsächlich besser organisieren?“

Ok, gehen wir weg von der Theorie und wechseln zur Praxis. Im Folgenden zeige ich Dir 5 Tools zur Selbstorganisation. 5 Tools die hoffentlich auch Dir helfen Dich besser zu organisieren.

5 Tools zur flexiblen Selbstorganisation bei ADS / ADHS

  1. To-Do-Listen
    Musst Du vieles erledigen, notierst Du Dir alles auf einem kleinen Notizblock. Die Größe A5 find ich persönlich am besten geeignet. Nachdem alles notiert ist, gehst Du alle Punkte nochmal durch und markierst mit einem Textmarker die 3 Punkte, die Du heute noch umsetzen möchtest.

    WICHTIG: Packen Deinen Zeitplan nicht zu voll. Meist können ADSler sich nicht schnell von einer Tätigkeit auf die andere einstellen. Plane deshalb Puffer- und Pausenzeiten ein.

    Meist schaffen wir sowieso nicht alles. ADSler sollten das akzeptieren und ihre To-Do-Liste klein halten und radikal zusammenstreichen. Sobald ein Punkt erledigt ist, streichst Du ihn von der Liste und gönnst Dir eine kleine Belohnung – eine kleine Auszeit, eine Tasse Kaffee oder was auch immer. Achte darauf dass Stressgefühl „Ich muss noch so viel machen!“ loszuwerden. 5 Minuten Pause und dann geht es weiter.

    Alle 2, 3 Tage schreibst Du die Liste neu um den Überblick zu behalten. Geben Dir dazu einen Termin in Deine Kalender-App ein und lass den Termin automatisch wiederholen. Idealerweise nimmst Du Dir für die To-Do-Listenerstellung Sonntag und Donnerstag Zeit. So kannst Du den Wochenanfang gezielt und strukturiert beginnen.

  2. Ablagekörbe
    Dinge zu sortieren und geordnet abzulegen ist für die meisten ADSler ein Graus. Stark strukturierte ADSler sind hier die Ausnahme – aber auch ihnen fällt es nicht immer leicht.

    Als der Ordnungssinn verteilt wurde, kamen wir wohl zu spät, weil wir wieder mal unsere Autoschlüssel gesucht haben.

    Ablagekörbe haben sich für mich als äußerst praktisch erwiesen. Aber auch hier wieder der Tipp: Halte das System EINFACH.

    Beispiel: Ein Ablagekorb für Rechnungen und Dinge die bearbeitet werden müssen. Ein zweiter für Unterlagen die einfach nur abgelegt werden müssen. Wenn Sie selbstständig sind, nehmen Sie insgesamt 4 Ablagen:
    – GESCHÄFTLICH – Ablegen
    – GESCHÄFTLICH – Bearbeiten
    – PRIVAT – Ablegen
    – PRIVAT – Bearbeiten

  3. Kalender-App
    Papierkalender sind meist recht schweigsam. Ist ein Termin erstmal notiert, vergessen ADSler ihn häufig wieder und ihr Papierkalender denkt gar nicht daran seinen Besitzer an den Termin zu erinnern. Papierkalender sind eindeutig nicht aus der ADS-Welt. Warum verwenden viele ADSler trotzem Papierkalender? Wahrscheinlich weil Sie so einfach zu bedienen sind. Und damit sind wir wieder beim Thema: ADSler brauchen zur Selbstorganisation einfache Konzepte die sich bei Bedarf in den Vordergrund drängen um die Aufmerksamkeit des ADSlers zu gewinnen. Welche Kalender-Apps eignen sich für ADSler?

    • MacOS / iOS, allgemein
      Der Standard-Kalender auf Mac, iPhone und iPad ist äußerst einfach zu bedienen und absolut zu empfehlen.
    • Google Kalender
      Die Google Kalender App ist ebenfalls äußerst übersichtlich

     

    Schreibe doch in einem kurzen Kommentar, welche Kalender-App für Dich am einfachsten zu bedienen ist.

  4. Wandkalender
    In meinem Büro hängt ein großer Jahresplaner. Wichtige Termine, Urlaub etc. plane ich mit meiner Frau gemeinsam mithilfe dieses großen Wandkalenders. Auf einen Blick hat man einen Überblick über das gesamte Jahr.
  5. Mit Notizen das Gedankenchaos bremsen
    ADSler erleben häufig einen wahren Gedankensturm. Ständig empfängt man neue Reize, diese verarbeiten wir zu neuen Ideen und schon sind wir in unsere Gedanken so vertieft, dass wir uns gar nicht mehr auf unsere eigentliche Arbeit konzentrieren können. Hier hilft es ungemein, die eigenen Gedanken aufzuschreiben. Alles was einem geradem im Kopf herumschwirrt niederschreiben. Ich habe mir angewöhnt dies in Evernote zu tun. Es hat etwas gedauert, bis ich mich mit Evernote angefreundet hatte, aber nun möchte ich es nicht mehr missen.

    Werde Fan von ADS-Berufe auf Facebook und verpasse nicht mein Tutorial „Evernote für ADSler“!

    Sobald ADSler wissen, dass dieser gute Gedanke, den sie gerade hatten, nicht verloren geht, sind sie entspannter und können sich auf die eigentliche Aufgabe wieder besser konzentrieren.

Ausprobieren

Ich behaupte nicht, dass diese Tipps jedem meiner Leser helfen werden. Mir haben sie geholfen und deshalb teile ich diese Tipps zur Selbstorganisation gerne mit euch.

Wie können Dir diese Tipps helfen? Probieren es aus. Welche Tipps habt ihr für ADSler die Probleme mit der Selbstorganisation haben? In den Kommentar und auf meiner Facebook-Seite freue ich mich auf den regen Austausch mit euch!

Weitere Beiträge der Blogparade

Katja Schönefeld ist wirklich sehr rührig und aktiv was ihre Blogparade angeht. Inklusive meinem Beitrag gibt es inzwischen 12 Teilnehmer. Ich habe mir bereits einige der Artikel durchgelesen und dabei festgestellt: Die Artikel sind TOP! Klickt euch doch mal durch:

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