Was ist ADHS nicht?

Immer wieder liest und hört man Spekulationen oder Halbwissen (und Vorurteile) darüber, welche Ursachen ADHS hat. Darum habe ich mal aus der Fachliteratur einige Kriterien zusammengetragen, was ADHS bzw. ADS nicht ist und welche Ursachen dem nicht zu Grunde liegen*:

ADHS / ADS …

  • …ist keine Erfindung und schon gar keine „Modeerscheinung“ oder „Modediagnose“.
  • …ist keine Ausrede für Erziehungsfehler in der frühkindlichen sozialen Umgebung der Betroffenen, d.h. ist nicht anerzogen.
  • …hat nichts damit zu tun, ob eine Bezugsperson (Mutter, Vater, etc.) in der Kindheit der Betroffenen vielleicht psychisch labil oder depressiv war.
  • …tritt nicht vorwiegend in Bevölkerungsgruppen mit geringerer Bildung, geringerem Einkommen, allgemein geringerem Sozialprestige auf.
  • …ist keine Folge von frühkindlich erlittenen  seelischen Verletzungen und Belastungen wie Missbrauch in jeglicher Form, Verlust eines Elternteils, Naturkatastrophen etc.
  • …hat nichts mit „Trotzalter“ oder „Pubertät“ zu tun.
  • …ist auch keine Charakterschwäche in dem Sinn, dass es Betroffenen einfach an gutem Willen fehlt bezüglich Ihres Verhaltens gegenüber Mitmenschen oder allgemein im sozialen Leben.
  • …ist keine Hormonstörung.  Meine Erklärung: Hormone sind Überbringer von Nachrichten zwischen den Zellen des menschlichen Körpers. Es handelt sich also nicht um eine Störung oder Unterbrechung des „Nachrichtenflusses“ in unseren Körperzellen. (Dazu sagt Wikipedia, dass Hormone körpereigene Stoffe sind, die aus einer Drüse (glandulär) in den Blutkreislauf (endokrin) abgegeben werden, um in anderen Organen eine spezifische Wirkung zu erzielen).
  • …ist keine psychoreaktive Störung, einfach ausgedrückt: Die Symptome von ADHS /ADS sind keine Reaktion darauf, dass Betroffene sich immer wieder an ein schwer belastendes      Lebensereignis erinnert fühlen (s.o.).
  • …ist nicht Folge von Alkohol-, Drogen-oder Medikamentenmissbrauch.

Schulmedizinisch gesehen sind auch 2017 sind die Ursachen für die Entstehung von ADS / ADHS noch ungeklärt.

Charakterzüge, die bei ADHS positiv verstärkt werden können
Positive Verstärkung von Charaktereigenschaften durch ADHS

ADS / ADHS für sich gesehen ist aber auch erstmal keine positive Besonderheit des Menschen. Es ist auch keine irgendeine außergewöhnliche Begabung. Eine Gesamtpersönlichkeit besteht ja aus mehr als nur einem Charakterzug oder Wesensmerkmal.

Je nachdem, welche weiteren Anlagen betroffene Menschen mitbringen ( z.B. Hochintelligenz, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft etc.), kann ADS / ADHS  positiv bewertete Anlagen und Charakterzüge verstärken, ebenso aber auch negativ bewertete.

Ein weiterer bedenkenswerter Faktor bei ADHS- lern ist das Mass der Betroffenheit. Je schwerer ein Mensch mit damit in Verbindu

Ebenso gibt es negativ beeinflussbare Charakterzüge durch ADHS
Charakterzüge, die bei ADHS negativ beeinflusst werden können

ng steht, desto mehr ist die Möglichkeit gegeben, dass positive Eigenschaften überdeckt  und von uns oder der Gesellschaft als negativ bewertete Eigenschaften (z.B. Rastlosigkeit, Rücksichtslosigkeit, Egomanie) verstärkt werden. Meistens nehmen die betroffenen Menschen selber ihr Verhalten bewusst gar nicht so wahr.

ADHS kommt (oft auch unerkannt) in allen menschlichen Altersgruppen vor. Mit zunehmendem Alter ändert sich  allerdings die Art und Weise, wie die Symptomatik sich äussert.

Und…..

Es gibt definitiv auch andere Entwicklungsstörungen, deren Symptome sowohl Konzentrationsschwierigkeiten als auch Hyperaktivität beinhaltet.

* Der Einfachheit halber: Mit „Betroffener /Betroffene/ Betroffenen ist synonym natürlich immer die weibliche und männliche Form gemeint.

Wichtig: Dieser Artikel darf natürlich nicht zur Selbstbehandlung oder Diagnose verwendet werden.

Kommentar verfassen